Auf einen Blick

Der Kongress Schulentwicklung ist Deutschlands wichtigstes Forum für die Weiterentwicklung von Ganztagsschulen – mit hunderten Fachleuten, Praxisworkshops und konkreten Handlungsempfehlungen. Die Bildungskonferenz 2022 hat Schwerpunkte wie Inklusion, digitale Transformation und nachhaltige Schulfinanzierung gesetzt. Die Erkenntnisse fließen direkt in Schulprogramme und Bildungspolitik ein. Wer Schulentwicklung ernstnimmt, sollte die Ergebnisse kennen.

Der Kongress Schulentwicklung hat in Deutschland eine klare Rolle: Er bringt zusammen, was sonst selten an einem Tisch sitzt – Schulleitungen, Bildungspolitiker, Sozialarbeiter, Elternvertreter und Wissenschaftler. Das Ergebnis? Impulse, die in der Praxis ankommen. Zumindest dann, wenn man sie richtig nutzt.

Aber was macht eine Bildungskonferenz eigentlich wertvoll? Und was hat der Kongress 2022 konkret gebracht? Genau das schauen wir uns hier an.

Was ist der Kongress Schulentwicklung – und warum ist er relevant?

Der Kongress Schulentwicklung ist eine bundesweite Fachtagung, die sich speziell mit der Weiterentwicklung von Ganztagsschulen beschäftigt. Er findet in der Regel alle zwei Jahre statt und zieht Fachleute aus Bildung, Politik und Zivilgesellschaft an.

Das Besondere: Hier geht es nicht um abstrakte Bildungstheorie. Workshops, Podiumsdiskussionen und Praxisberichte stehen im Mittelpunkt. Schulen berichten, was funktioniert – und was nicht. Das macht den Kongress so wertvoll für alle, die in der Praxis arbeiten.

Wer nimmt am Kongress teil?

Die Teilnehmerschaft ist bewusst breit aufgestellt. Schulleitungen aus allen Bundesländern, Lehrkräfte, pädagogische Fachkräfte, Vertreter von Schulträgern und kommunalen Behörden – sie alle treffen sich, um voneinander zu lernen. Hinzu kommen Wissenschaftler, die aktuelle Forschungsergebnisse vorstellen, und Bildungspolitiker, die Rahmenbedingungen diskutieren.

Gut zu wissen: Der Kongress Schulentwicklung wird maßgeblich von der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung (DKJS) und dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) unterstützt. Das sichert nicht nur die Finanzierung, sondern auch den direkten Draht in die Bildungspolitik.

Bildungskonferenz 2022: Die zentralen Themen im Überblick

Die Bildungskonferenz 2022 stand unter dem Eindruck einer Welt, die sich gerade neu sortiert. Pandemie-Nachwirkungen, digitaler Nachholbedarf, soziale Ungleichheit – das waren keine abstrakten Schlagworte, sondern gelebte Realität in deutschen Schulen.

Drei Themenschwerpunkte haben die Konferenz geprägt:

  • Inklusion und Chancengerechtigkeit: Wie können Ganztagsschulen Kinder mit unterschiedlichen Voraussetzungen wirklich fördern?
  • Digitale Transformation: Welche Infrastruktur brauchen Schulen – und wie wird sie finanziert?
  • Kooperation und Vernetzung: Wie arbeiten Schulen, Jugendhilfe und Kommunen besser zusammen?

Mehr zu den konkreten Bewegungen, die der Schulkongress 2022 ausgelöst hat, findest du in unserem Artikel zur Bildungskonferenz Ganztagsschulen: Was der Schulkongress 2022 bewegt hat.

Digitale Transformation: Mehr als nur Tablets

Ein häufiges Missverständnis: Digitalisierung an Schulen bedeutet nicht einfach, Geräte zu kaufen. Die Bildungskonferenz 2022 hat das klar herausgearbeitet. Es geht um pädagogische Konzepte, Fortbildungen für Lehrkräfte und eine stabile IT-Infrastruktur – alles zusammen.

Schulen, die nur Tablets angeschafft haben, ohne ein Konzept dahinter, berichten von Frustration. Schulen, die Geräte, Fortbildung und didaktische Begleitung kombiniert haben, sehen echte Fortschritte. Der Unterschied liegt im Gesamtpaket.

Ganztagsschulmodelle im Vergleich: Was funktioniert wirklich?

Nicht alle Ganztagsschulen sind gleich. Der Kongress Schulentwicklung hat immer wieder gezeigt, dass das Modell entscheidend ist. Hier ein direkter Vergleich der gängigen Formen:

Merkmal Offene Ganztagsschule Gebundene Ganztagsschule Teilgebundene Ganztagsschule
Teilnahme Freiwillig Verpflichtend für alle Verpflichtend für Teile der Klasse
Unterrichtszeiten Vormittag + freiwilliges Nachmittagsangebot Ganztägig, rhythmisiert Gemischt
Durchschnittliche Kosten pro Schüler/Jahr ca. 1.200 – 1.800 € ca. 2.200 – 3.500 € ca. 1.600 – 2.500 €
Fördereffekt (Studien) Moderat Hoch Mittel bis hoch
Beliebtheit bei Eltern Sehr hoch (Flexibilität) Mittel (weniger Wahlfreiheit) Hoch
Personalaufwand Gering bis mittel Hoch Mittel

Die Zahlen zeigen: Gebundene Ganztagsschulen kosten mehr – liefern aber auch nachweislich bessere Förderergebnisse. Für Schulen, die Chancengerechtigkeit ernst nehmen, ist das ein starkes Argument.

Alles zur Finanzierung dieser Modelle erklärt unser Artikel Ganztagsschule Kosten: Was Finanzierung wirklich bedeutet.

Impulse für die Schulpraxis: Was Schulen jetzt umsetzen können

Kongresse sind nur so gut wie ihre Wirkung in der Praxis. Die Bildungskonferenz 2022 hat konkrete Handlungsempfehlungen erarbeitet, die Schulen direkt umsetzen können. Hier die wichtigsten:

  1. Bestandsaufnahme durchführen: Analysiere, welche Angebote deine Schule bereits hat – und wo Lücken bestehen. Nutze dafür strukturierte Befragungen von Schülerinnen, Eltern und Lehrkräften.
  2. Kooperationspartner identifizieren: Welche lokalen Vereine, Jugendhilfeeinrichtungen oder Unternehmen könnten Angebote einbringen? Ganztagsschulen, die stark vernetzt sind, profitieren enorm.
  3. Finanzierungsquellen prüfen: Neben staatlichen Mitteln gibt es Förderprogramme von Stiftungen und Kommunen. Viele Schulen lassen hier Geld liegen, weil sie die Möglichkeiten nicht kennen.
  4. Pädagogisches Konzept schärfen: Ein Ganztagsangebot ohne klares Konzept verpufft. Definiere Ziele, Zielgruppen und Erfolgskriterien – und überprüfe sie jährlich.
  5. Fortbildungen planen: Lehrkräfte und pädagogische Fachkräfte brauchen gemeinsame Fortbildungen. Nur wer dieselbe Sprache spricht, kann wirklich zusammenarbeiten.
  6. Ergebnisse dokumentieren und teilen: Was funktioniert, sollte sichtbar gemacht werden – intern für das Kollegium, extern für andere Schulen. Der Kongress Schulentwicklung lebt genau von diesem Austausch.
Tipp: Viele Schulen unterschätzen den Wert von Netzwerken. Wer sich aktiv in regionalen Schulnetzwerken engagiert, bekommt nicht nur Impulse – sondern auch Unterstützung bei Anträgen, Konzepten und Personalfragen. Der nächste Kongress Schulentwicklung ist dafür der ideale Einstieg.

Finanzierung von Ganztagsschulen: Was der Kongress gezeigt hat

Geld ist kein Allheilmittel – aber ohne ausreichende Mittel läuft in der Schulentwicklung wenig. Die Bildungskonferenz 2022 hat das Thema Finanzierung prominent auf die Agenda gesetzt.

Der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder, der ab 2026 schrittweise greift, stellt Kommunen und Schulen vor enorme Herausforderungen. Laut Berechnungen des Deutschen Jugendinstituts fehlen bundesweit noch rund 340.000 Betreuungsplätze. Das ist keine Kleinigkeit.

Gleichzeitig hat der Kongress gezeigt: Es gibt Wege. Schulen, die frühzeitig Kooperationen mit Trägern der Jugendhilfe aufgebaut haben, sind deutlich besser aufgestellt. Und Kommunen, die Schulentwicklung als Standortfaktor begreifen, investieren entsprechend.

Wie das Schulbudget konkret funktioniert und welche Fördertöpfe es gibt, erklärt unser Artikel Ganztagsschule Finanzierung: So funktioniert das Schulbudget 2024.

Förderprogramme im Überblick

Neben den regulären Landesmitteln gibt es eine Reihe von Bundesprogrammen, die Schulen nutzen können:

  • Startchancen-Programm: 20 Milliarden Euro für Schulen in benachteiligten Lagen – eines der größten Bildungsinvestitionsprogramme der deutschen Geschichte.
  • DigitalPakt Schule: Fördert digitale Infrastruktur, Endgeräte und Fortbildungen.
  • Bundesprogramm „Aufholen nach Corona": Gezielte Mittel für Lernrückstände und psychosoziale Unterstützung.
  • Stiftungsförderung: Deutsche Kinder- und Jugendstiftung, Bertelsmann Stiftung und viele regionale Stiftungen fördern innovative Schulprojekte.

Schulentwicklung der Zukunft: Wohin geht die Reise?

Der Kongress Schulentwicklung ist kein Rückblick – er ist ein Vorausblick. Was zeichnet sich ab für die nächsten Jahre?

Erstens: Die Kooperation zwischen Schule und Jugendhilfe wird enger. Das ist keine Option mehr, sondern eine Notwendigkeit. Schulen, die das noch nicht verstanden haben, werden es spätestens mit dem Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung merken.

Zweitens: Inklusion bleibt das große ungelöste Thema. Trotz jahrelanger Diskussionen fehlt es vielerorts an Ressourcen, Konzepten und – ganz ehrlich – auch an politischem Willen. Der Kongress hat das klar benannt.

Drittens: Datenbasierte Schulentwicklung gewinnt an Bedeutung. Schulen, die systematisch messen, was ihre Angebote bewirken, können gezielter verbessern. Das klingt nach Bürokratie – ist aber in der Praxis ein echter Hebel.

Gut zu wissen: In Finnland, dem oft zitierten Bildungsvorbild, werden Schulentwicklungsprozesse systematisch evaluiert und die Ergebnisse öffentlich zugänglich gemacht. Deutschland hinkt hier noch hinterher – aber der Kongress Schulentwicklung treibt genau diese Kultur voran.

Einen umfassenden Überblick über alle Impulse des Kongresses bietet unser Artikel Kongress Ganztagsschule: Impulse für moderne Schulentwicklung.

So nimmst du am nächsten Kongress Schulentwicklung teil

Du willst selbst dabei sein? Gut. Der Kongress ist für alle offen, die in Bildung und Schulentwicklung arbeiten. Hier der Weg zur Teilnahme:

  1. Anmeldung beobachten: Die Anmeldung öffnet in der Regel sechs bis acht Monate vor dem Kongress. Trage dich in den Newsletter ein, um keine Frist zu verpassen.
  2. Programm studieren: Wähle gezielt Workshops und Vorträge aus, die zu deiner Schulsituation passen. Nicht alles ist für jeden relevant.
  3. Kolleginnen und Kollegen mitnehmen: Kongresse entfalten ihre Wirkung am besten, wenn mehrere Personen aus einer Schule teilnehmen und die Erkenntnisse gemeinsam reflektieren.
  4. Netzwerken einplanen: Die Pausen sind oft wertvoller als die Vorträge. Plane Zeit für Gespräche ein – und bring Visitenkarten mit.
  5. Nachbereitung organisieren: Plane direkt nach dem Kongress eine Teamsitzung, um die Impulse zu sortieren und konkrete Maßnahmen abzuleiten.

Alle Details zum Kongress 2022 und seinen Ergebnissen findest du in unserem Überblicksartikel Ganztagsschule Kongress 2022: Alles Wichtige auf einen Blick.

Tipp: Viele Bundesländer übernehmen die Teilnahmegebühren für Lehrkräfte, wenn die Teilnahme als Fortbildung anerkannt wird. Frag einfach bei deiner Schulleitung oder beim zuständigen Landesinstitut nach – das lohnt sich fast immer.

Häufige Fragen zum Kongress Schulentwicklung

Was ist der Kongress Schulentwicklung?
Der Kongress Schulentwicklung ist eine bundesweite Fachtagung für Ganztagsschulen in Deutschland. Er bringt Schulleitungen, Lehrkräfte, Bildungspolitiker und Wissenschaftler zusammen, um Impulse für die Weiterentwicklung von Schulen zu erarbeiten und Best Practices auszutauschen.
Was waren die Themen der Bildungskonferenz 2022?
Die Bildungskonferenz 2022 hat sich schwerpunktmäßig mit Inklusion, digitaler Transformation und der Kooperation zwischen Schule und Jugendhilfe beschäftigt. Außerdem stand die nachhaltige Finanzierung von Ganztagsangeboten auf der Agenda.
Wer kann am Kongress Schulentwicklung teilnehmen?
Der Kongress ist offen für alle, die im Bildungsbereich tätig sind: Schulleitungen, Lehrkräfte, pädagogische Fachkräfte, Schulträger, Kommunalvertreter und Bildungspolitiker. Eine Anmeldung ist erforderlich, Teilnahmegebühren können oft als Fortbildungskosten abgerechnet werden.
Wie oft findet der Kongress Schulentwicklung statt?
Der Kongress Schulentwicklung findet in der Regel alle zwei Jahre statt. Er wird von der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung und dem Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützt und ist eines der wichtigsten Bildungsforen in Deutschland.
Was kostet eine Ganztagsschule pro Schüler im Jahr?
Die Kosten variieren je nach Modell: Offene Ganztagsschulen kosten etwa 1.200 bis 1.800 Euro pro Schüler und Jahr, gebundene Ganztagsschulen zwischen 2.200 und 3.500 Euro. Die höheren Kosten gehen meist mit besseren Fördereffekten einher.
Welche Förderprogramme gibt es für Ganztagsschulen?
Wichtige Förderprogramme sind das Startchancen-Programm mit 20 Milliarden Euro, der DigitalPakt Schule sowie das Bundesprogramm „Aufholen nach Corona". Zusätzlich fördern Stiftungen wie die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung innovative Schulprojekte.
Was bringt die Teilnahme am Kongress Schulentwicklung konkret?
Teilnehmer profitieren von praxisnahen Workshops, aktuellem Forschungswissen und einem starken Netzwerk. Schulen, die Kongress-Impulse systematisch umsetzen, berichten von besserer Kooperation, gezielteren Förderangeboten und nachhaltigerer Schulentwicklung.
Meine Empfehlung: Wer in der Schulentwicklung arbeitet und noch nie einen Kongress Schulentwicklung besucht hat, sollte das nachholen – und zwar bald. Nicht wegen der Vorträge, sondern wegen der Gespräche in den Pausen. Die echten Impulse kommen selten von der Bühne, sondern vom Austausch mit Kolleginnen und Kollegen, die dieselben Herausforderungen kennen. Nutze den Kongress als Spiegel für deine eigene Schulpraxis – und als Werkzeugkasten für die nächsten Schritte. Die Bildungskonferenz 2022 hat gezeigt: Wer Schulentwicklung als Gemeinschaftsaufgabe begreift, kommt weiter als jeder Einzelkämpfer.